BER Eröffnung: Jetzt sollten die Dinge steigen

Alle Witze wurden gehört – jetzt wird es ernst: Der Berliner Flughafen BER wird heute tatsächlich eröffnet. Andreas König über ein großes Projekt, bei dem viel schief gelaufen ist – und die Zukunft ist auch ungewiss.

Von Andreas König, RBB

Alles begann vor quickly einem Vierteljahr: 1996 empfahlen die Bundesländer Berlin, Brandenburg und die Bundesregierung – die späteren Anteilseigner der Flughafengesellschaft – den Bau des neuen Flughafens in Schönefeld und die Schließung der Berliner Flughäfen Tempelhof und Tegel. Eine Entscheidung, die bereits zu Beginn der Planung eine Flut von Klagen von Kommunen und Einwohnern auslöste, die erst Anfang 2020 nachließ. Die meisten Argumente beziehen sich auf Lärm, Lärmschutz, Atemwege und das Verbot von Nachtflügen.

Die Ausfallzeiten beginnen seit 2003. Mit privaten Unternehmen wird keine Einigung über die Ausführung des Baus erzielt. Berlin, Brandenburg und die Bundesregierung beschließen daher, die Geschäftsführung selbst zu übernehmen – und damit alle finanziellen Risiken.

Symbol für schlechtes Administration und Planung des Chaos

Seit 2006 der erste Spatenstich. Es gibt weitere Probleme bei der Planung und dem Bau, laufende Rechtsstreitigkeiten vor Gericht mit Anwohnern. All dies führt bereits zu diesem Zeitpunkt zu Kostensteigerungen und Verzögerungen. Am 8. Mai 2012 folgt die öffentliche Annahme: Dies funktioniert nicht mehr mit der geplanten Eröffnung von knapp vier Wochen. Ein Grund: Probleme mit dem Brandschutzsystem. Wenig später wurde der März 2013 als neuer Starttermin festgelegt.

Was jedoch folgt, ist ein achtjähriges Drama rund um das Gebäude, das ein unvorstellbares Ausmaß an schlechtem Management, Planungsfehlern und verschwendetem Steuergeld aufzeigt. Es folgen vier weitere Verschiebungen des Eröffnungstermins, zwei Untersuchungsausschüsse des Berliner Repräsentantenhauses, die Insolvenz eines Unternehmens und Gerichtsverfahren wegen Bestechung und Korruption gegen einen Flughafenmanager und teilnehmende Unternehmen.

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“Kein Meisterwerk”

Im Jahr 2017 wird Berlins Staatssekretär Engelbert Lütke-Daldrup die Geschäftsführung übernehmen, drei CEOs werden aufgrund von BER-Bauunfällen gescheitert sein. Der bekannteste: Hartmut Mehdorn, ehemaliger Eisenbahnchef, ehemaliger Air Berlin-Chef. “Insgesamt war es kein Meisterwerk aller Beteiligten”, sagte Mehdorn heutzutage gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Mit Blick auf die vielen Planungsfehler sagt er: “Wer ein Einfamilienhaus plant und es heimlich in ein Dreifamilienhaus verwandelt, sollte sich nicht wundern, dass die Fristen und Fristen überschritten werden.”

Das Bau- und Planungschaos führt auch zu einer Explosion der Baukosten. Sie werden derzeit auf rund 6 Mrd. EUR geschätzt, quick das Dreifache des ursprünglich geplanten Betrags. Und der Flughafen wird für viele Jahre finanzielle Hilfe benötigen, nicht nur wegen des koronabedingten Rückgangs des Flugverkehrs. “BER wird niemals seine Kosten decken”, befürchtet der grüne Abgeordnete Anton Hofreiter rbb. Der Flughafen bleibt eine permanente Subventionsgesellschaft.

Drehkreuz BER?

Unklar ist auch, ob BER künftig ein Luftverkehrsknotenpunkt wie Frankfurt am Principal oder München sein wird, wie es die Flughafengesellschaft wünscht. Carsten Spohr, CEO von Lufthansa, glaubt zunächst nicht an Langstreckenflüge von BER. “Wenn es sich lohnen würde, würden viele Fluggesellschaften es sofort anbieten. Und natürlich auch wir. Es gab verschiedene Versuche, aber leider hat es nie funktioniert”, sagte er kürzlich im “Tagesspiegel”.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ist optimistischer. im rbb CSU-Politiker versprechen Unterstützung für BER. Und es klingt quick ein bisschen trotzig: “Berlin ist unsere Hauptstadt, Berlin muss eine Drehscheibe sein.” Für den 6. November ist ein Fluggipfel geplant, auf dem neben der Nothilfe auch diese Themen erörtert werden.

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Aber jetzt sollte es wirklich bei BER beginnen. Der erste Get started und die erste Landung sind geplant, keine große Celebration. Eine Öffnung mitten in der Corona-Krise. Mindestens eine Befürchtung wird sich jedoch nicht erfüllen: Der Flughafen stößt von Anfang an an seine Kapazitätsgrenzen.


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