“Best Owner Group”: Rettungsfonds für gefährdete Autolieferanten

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Diese Idee wird Deutschlands sterbende Autolieferanten retten

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Viele der 900 Automobilzulieferer in Deutschland stellen hochspezialisierte Teile für Benzin- und Dieselmotoren her. Sie sind mit dem Ende bedroht Viele der 900 Automobilzulieferer in Deutschland stellen hochspezialisierte Teile für Benzin- und Dieselmotoren her. Sie sind mit dem Ende bedroht

Viele der 900 Automobilzulieferer in Deutschland stellen hochspezialisierte Teile für Benzin- und Dieselmotoren her. Sie sind mit dem Ende bedroht

Quelle: Getty Images

Die Veränderung der Elektromobilität bedroht bis zu 100.000 Arbeitsplätze bei Lieferanten. Ein Fonds wird nun die Mehrheit der betroffenen Unternehmen kaufen und am Leben erhalten. Die Autoindustrie befürchtet jedoch, dass der Staat Einfluss gewinnen könnte.

ichIn der deutschen Automobilindustrie entsteht eine Lösung, mit der zumindest einige der vom Aussterben bedrohten Zulieferunternehmen gerettet werden können. Auf Initiative der IG Metall wird derzeit ein Fonds namens Best Owner Group eingerichtet, um Unternehmen aufzukaufen, deren Produkte mit dem Ende des Verbrennungsmotors nicht mehr verwendet werden. Ziel ist es, eine halbe Milliarde Euro Kapital zu beschaffen und damit Mehrheitsbeteiligungen an mittelständischen Unternehmen zu erwerben.

„Als Beteiligungsmodell richtet sich das Modell an Anbieter von Technologie und Komponenten für Verbrennungsmotoren. Da die Produktion von Verbrennungsmotoren nach 2030 trotz eines deutlichen Anstiegs des Anteils alternativer Antriebe fortgesetzt wird, ist es wichtig, den Lagerbestand zu sichern – trotz allmählich sinkender Zahlen, so die Gewerkschaftszeitung, die WELT zur Verfügung stellt.

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Der Fonds ist eine von drei Initiativen der Gewerkschaft, die strukturellen Veränderungen in der Automobilindustrie entgegenwirken sollen. Aufgrund der Klimaziele der EU müssen die Automobilhersteller bis 2030 erhebliche Änderungen an ihren neuen Fahrzeugflotten vornehmen.

Das Zentrum für Automobilforschung (CAR) von Ferdinand Dudenhöffer geht davon aus, dass mehr als 60 Prozent aller damals produzierten Autos reine Elektroautos sein werden. Er schätzt, dass der Strukturwandel insgesamt rund 100.000 Arbeitsplätze in der Branche bedrohen wird.

“Support bis zum Ablauf der Produkte”

Besonders betroffen sind die rund 900 Zulieferunternehmen. Viele von ihnen liefern hochspezialisierte Teile für Benzin- und Dieselmotoren und verfügen nicht über die finanziellen Mittel, um neue Technologien für die digitalisierten Elektroautos der Zukunft zu entwickeln. Jeder in der Branche ist sich des Problems bewusst.

“Eine schnellere Transformation bedeutet auch, dass mehr Arbeitsplätze und ganze Unternehmen in bestimmten Bereichen Druck ausgesetzt sind oder verschwinden”, sagte Volkswagen-Chef Herbert Diess kürzlich in einem Interview mit WELT AM SONNTAG. “In anderen Bereichen werden neue entstehen.” Aber auch in anderen Unternehmen.

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Die Best Owner Group sollte einige der bestehenden Lieferanten am Leben erhalten, solange ihre Produkte noch benötigt werden. Das Projekt wird von Frank-Jürgen Weise, ehemaliger Leiter des Bundesamtes für Arbeit, und Bernd Bohr, ehemaliger Geschäftsführer von Bosch, geleitet. Nach den Vorstellungen von IG Metall sollte Ihr Fonds “Unternehmen professionell unterstützen, bis die nicht erneuerbaren Produkte auslaufen”.

Die Kürzungen können somit über einen langen Zeitraum ausgedehnt und sozialverträglich an die Altersstruktur der Arbeitnehmer angepasst werden. Die Gewerkschaften erwarten, dass das Geschäft des Unternehmens trotz des Abwärtstrends weiterhin Gewinne erzielen wird, da viele Kosten, insbesondere für Forschung, Entwicklung und Neuinvestitionen, eliminiert werden.

Die Arbeitsgruppe bereitet Vorschläge für Autogipfel vor

Der Fonds geht von einer langfristig erwarteten Rendite von fünf Prozent pro Jahr aus, berichtet das “Manager Magazine”. Geld von privaten Investoren fließt in den Geldtopf, und auch die großen Hersteller können teilnehmen.

Auf dem Autogipfel Anfang September mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten Branchenführer bereits den Vorschlag von IG Metall-Chef Jörg Hofmann erörtert. Und sie hatten über einen möglichen “Transformationsfonds” gesprochen. Er wird den Lieferanten auch Kapital als Ergänzung zu bestehenden Regierungsprogrammen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Korona zur Verfügung stellen. Der Fonds richtet sich jedoch an kleine und mittlere Unternehmen, die in strukturelle Veränderungen investieren möchten.

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Drittens möchte die Gewerkschaft regionale Initiativen starten, die den Strukturwandel vor Ort begleiten. “Ohne regionale Transformationspläne für diese Cluster besteht die Gefahr industrieller Wüsten und massiver Arbeitsplatzverluste, die die Gesamtleistung und damit den Lebensstandard aller Bürger in diesen Regionen gefährden”, sagt IG Metall.

Der Autoverband VDA unterstützt freundlicherweise die landesweiten Initiativen. “Insbesondere für die vielen kleinen und mittleren Zulieferer muss schnell etwas getan werden”, sagt VDA-Chef Hildegard Müller. Sie will jedoch den Einfluss des Staates auf “eine mögliche Risikodeckung über den Staat, zum Beispiel durch Garantien” beschränken. Eine Arbeitsgruppe sollte auf dem nächsten Autogipfel Anfang November konkrete Vorschläge für diesen Fonds vorbereiten. Dies könnte das wichtigste Ergebnis des nächsten Branchentreffens mit der Bundeskanzlerin sein.

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