Corona-Präsenz: Strengere Maßnahmen in Hannover – Region NDR.de – Nachrichten

Status: 19. Oktober 2020 19:58

Andere niedersächsische Bezirke rutschen ständig auf die Liste derer, die kritische Koronawerte überschritten haben. Die Regionen Hannover und Delmenhorst reagierten mit neuen Regeln.

In Niedersachsen liegt der Inzidenzwert nun bei 35,1 und damit über der ersten kritischen Grenze von 35. Der Staat gab am Montag bekannt. Darüber hinaus wurden in der Region Hannover in den letzten sieben Tagen 36,5 neue Koronarinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert. Auch hier wird der erste kritische Wert überschritten. Die Region konsultierte Anfang der Woche die Bürgermeister der Gemeinden und neue Maßnahmen beschlossen. Sie sind ab Dienstag gültig. Regionalpräsident Hauke ​​Jagau (SPD) forderte die Bürger auf, mehr persönliche Verantwortung zu übernehmen: “Durch das freiwillige Tragen von Mund- und Nasenschutz können wir alle zur Infektionskontrolle beitragen.”

Dies sind die neuen Koronamessungen in der Region Hannover

  • Maximal 25 Personen für private Treffen und Feiern in privaten Räumen
  • Maximal 50 Personen für private Zusammenkünfte und Partys in Catering-Einrichtungen
  • Obligatorische Maskenanforderungen in Verkehrsbereichen in allen Unternehmen und öffentlichen Räumlichkeiten, in denen Menschen arbeiten – zum Beispiel in Korridoren und an Treffpunkten. Schulen und Kindertagesstätten, in denen das jeweilige Hygienekonzept weiterhin gilt, sind ausgeschlossen
  • verstärkte Kontrollen, um die Einhaltung der geltenden Hygienemaßnahmen in Catering-Betrieben sicherzustellen
  • Verbot der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ohne Mund- und Nasenschutz
  • Appelliert, freiwillig eine Maske in öffentlichen Bereichen zu tragen. Die Region erwägt auch die Einführung eines allgemeinen Bedarfs an Würmern im öffentlichen Raum

Starker Anstieg auch ohne besonders großen Ausbruch

Gleichzeitig ist die Region Hannover noch weit von der höheren Risikogrenze entfernt, nämlich einer 7-Tage-Inzidenz von 50. Anders als in den letzten Monaten scheint sich jedoch eine neue Entwicklung abzuzeichnen: Die Infektionsrate steigt auch an Orten stetig an, an denen es keine spezifischen größeren Ausbrüche gab – zum Beispiel in einem Schlachthaus oder einer Pflegeeinrichtung.

Delmenhorst: Bürgermeister Jahnz kündigt neue Maßnahmen an

In Delmenhorst ist es genau so: Die 7-Tage-Inzidenz ist auf 223,1 gestiegen. Auch dort kann dies nicht einem bestimmten Unternehmen oder Ereignis zugeordnet werden. “Nach Angaben des Gesundheitsamtes gibt es in Delmenhorst keine speziellen lokalen Verteilungen in den Infektionszahlen”, sagt die Stadt. Delmenhorst hat auch mit strengeren Regeln auf die Werte reagiert, die Bürgermeister Axel Jahnz (SPD) auf einer Pressekonferenz am Montag angekündigt hat.

Inzidenzwerte lokal über 100

Eine Reihe von Gebieten hat bereits innerhalb von sieben Tagen die Warnschwelle von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner überschritten. Im Bezirk Cloppenburg liegt der Wert bei fast 160, im Bezirk Northeim liegt er ebenfalls über 100, was im Bezirk Vechta der Fall ist. Nach Angaben des Bundeslandes lag die Prävalenz am Montag in den Bezirken Emsland, Grafschaft Bentheim, Osnabrück bei über 50. Diese gelten daher als Risikobereiche. Der niedrigere Risikowert von 35 wurde von den Bezirken Celle, Oldenburg, Nienburg, Verden, der Stadt Osnabrück und, wie erwähnt, der Region Hannover überschritten.

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Mehrere bunte Holzfiguren mit einem Coronavirus-Symbol auf der Brust © Colourbox

Der Staat will nächste Woche neue Maßnahmen untersuchen. Die Zahl der Fälle ist höher als je zuvor – und nimmt weiter zu. Mehr

Epidemiologe Krause: Ältere Menschen wieder stärker betroffen

“Wir sehen eine Zunahme der Krankheiten, wir sehen auch eine Veränderung im mittleren Alter”, sagte Gérard Krause, Chefepidemiologe am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, am Sonntag in der NDR-Regionalzeitung Hallo Niedersachsen. “Die älteren Altersgruppen sind jetzt stärker betroffen als vor zwei Monaten. Das ist wirklich besorgniserregend.”

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Das Gesundheitsministerium kündigt strengere Regeln an

Und was jetzt? Ist es außer Kontrolle geraten? Das niedersächsische Bundesland liegt trotz einer siebentägigen Inzidenz von 35,1 am Montag über der Marke von 35. “Der allgemeine Anstieg der Infektionszahlen ist wirklich besorgniserregend”, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD). Nach Angaben des Ministeriums werden die Regeln bald verschärft. Die niedersächsische Regierung hat kürzlich mehrfach betont, dass eine zweite Schließung von Geschäften und Betrieben aufgrund der schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen vermieden werden sollte. Wenn möglich, bevorzuge er immer die “mildere” Variante, sagte er Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) “Welt” (Montagausgabe).

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Niedersächsischer Ministerpräsident Stephan Weil

3 Minuten

Die Maskenanforderung wird erweitert. Es sind nur kleine Feiern erlaubt und es gibt eine Ausgangssperre. (15.10.2020) 3 min

Denn: härtere Maßnahmen haben härtere Nebenwirkungen

“Bessere Ausgangssperren als geschlossene Pubs und Restaurants”, sagte Weil, der das Unterkunftsverbot als milde Maßnahme begrüßt hätte – aber es wurde vom Gericht aufgehoben. Wenn es passiert, “hören wir automatisch auf, strengere Maßnahmen zu ergreifen. Natürlich haben sie auch eine stärkere Wirkung, einschließlich viel größerer Nebenwirkungen”, sagte Weil der Zeitung. Auch die Ausgangssperre steht kurz bevor, in Berlin hat sie sich einer Gerichtsentscheidung noch nicht widersetzt.

Klare Worte: “Wir werden die Ausgangssperre einführen”

Nach Konsultationen der Bundesländer, neuen Koronaregeln, die Sie zuerst verstehen müssen, und Diskussionen über Patchwork-Quilts fand Weil nun unverkennbare Worte. “Wie alle anderen Ergebnisse der Berliner Konferenz werden wir die Ausgangssperre Punkt für Punkt in Niedersachsen verhängen und im Zweifelsfall die notwendigen Gerichtsverfahren einleiten”, sagte er gegenüber Welt. “Ausgangssperren sind viel milder als die Schließung von Restaurants und Bars. Wir wollen sie nicht. Und ich hoffe wirklich, dass wir am Ende nicht gezwungen sein werden, sie zu schließen.” Darüber hinaus wird das Land die Anzahl der Teilnehmer reduzieren, die auf privaten Partys zugelassen sind.

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Von hinten beleuchtete Aufnahme eines grünen Virus, der um eine Gruppe tanzender Menschen schwebt. © Menschen Corona Fotolia_psdesign photocase_joexx Foto: Menspsdesign joexx

Die Anzahl der Risikobereiche nimmt zu. Wenn kritische Werte erreicht werden, ist das öffentliche Leben begrenzt. Mehr

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.10.2020 | 08:00.

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