Coronavirus im Abwasser: Wissenschaftler entwickeln Frühwarnsysteme!

27.08.2020 – 10:48

Wissenschaftliche Erkenntnisse geben Hoffnung
Frühwarnsystem: Forscher finden Coronavirus im Abwasser

Foto: iStock / CasarsaGuru

Hat die Forschung einen Durchbruch im Kampf gegen das Coronavirus erzielt? Sars-CoV-2 kann im Abwasser nachgewiesen werden – und deutsche Forscher haben damit ein Frühwarnsystem entwickelt.

Im März berichteten niederländische Forscher, dass Sars-CoV-2 im Abwasser gefunden wurde. Deutsche Forscher konnten nun eine Methode entwickeln, um diese Abwasserviren als Frühwarnsystem für Koronarinfektionen einzusetzen.


Wie viele sind in einer Kirche infiziert? Im fortgeschrittenen Stadium der Coronavirus-Pandemie ist es kaum möglich, Infektionsketten zu verfolgen. Aber eine neue Methode gibt Hoffnung: a Ein Frühwarnsystem über unser Abwasser kann vor Coronaviren schützen.


Corona Frühwarnsystem? Forscher finden Viren im Abwasser


Niederländische Forscher hatten das Sars-CoV-2-Virus bereits im März im Abwasser einer Gemeinde gefunden – interessanterweise bevor die ersten Koronarinfektionen dort bekannt wurden. Die Forscher sprachen bereits davon, eine Artwork Frühwarnsystem entwickeln zu können, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg und “welt.de” Ende März berichteten.


Die Entdeckung zeigte auch, dass das Coronavirus häufig über den Kot einer infizierten Person ausgeschieden wird. Andererseits ist es unwahrscheinlich, dass Abwasser ein wichtiger Übertragungsweg für die Krankheit sein wird, so der Mikrobiologe Gertjan Medema und seine Kollegen vom Wasserforschungsinstitut des KWR in Nieuwegein.

ABER: Mit der raschen Ausbreitung des Coronavirus steigt auch die Menge an Krankheitserregern im Abwasser.


Facts zum Nachweis von Coronavirus


Am 5. März entdeckten Forscher in einer Kläranlage in Amersfoort genetisches Content aus dem Coronavirus – noch bevor die ersten Fälle in der Stadt etwa 50 Kilometer südöstlich von Amsterdam gemeldet wurden.


“Es ist wichtig, Informationen über das Vorhandensein und das Schicksal dieses neuen Virus im Abwasser zu sammeln, um zu verstehen, dass für Abwasserarbeiter kein Risiko besteht, aber auch um festzustellen, ob das Abwasserüberwachungssystem zur Überwachung der Zirkulation von Sars-CoV-2 verwendet werden kann. In unseren Gemeinden erklärte Medema, der Chefmikrobiologe des Instituts: “Dies könnte die derzeitige klinische Überwachung ergänzen, die auf die Covid-19-Patienten mit den schwersten Symptomen beschränkt ist.”


Wird die Abwasserüberwachung zu einem wichtigen Instrument?


Die Entdeckung von Viren im Abwasser ist nichts Neues. Die Abwasserüberwachung ist eine etablierte Methode zum Nachweis von Poliovirus- und Antibiotika-resistenten Bakterien sowie zum Einsatz illegaler und verschreibungspflichtiger Medikamente.


Jetzt haben Forscher aus Aachen und Frankfurt die ganze Angelegenheit aufgegriffen und eine Methode entwickelt, bei der bestimmte Gene des Virus untersucht werden, um Koronarinfektionen über Abwasser zu überwachen. Denn auch genetisches Materials aus Sars-CoV-2 kann laut RWTH Aachen mit modernen molekularen Methoden in Kläranlagen nachgewiesen werden. Auf diese Weise können anhand der in einer Kläranlage gemessenen “Viruslast” Rückschlüsse auf die Anzahl der mit Covid-19 infizierten Personen im Einzugsgebiet der Anlage gezogen werden. Die Sensitivität reicht aus, um als Frühwarnsystem “wenn der gemessene Wert von 50 Vorfällen pro 100.000 Einwohner überschritten wird”, erklärt die Universität in einem Brief.


Niederländische Forscher hatten bereits vor Sars-CoV-2 über das mögliche Frühwarnsystem berichtet: “Die Entdeckung des Virus im Abwasser – obwohl die Prävalenz von Covid-19 gering ist – zeigt, dass die Abwasserüberwachung ein wichtiges Instrument zur Überwachung der Verbreitung des Virus ist sind in der Bevölkerung. “


Die gefundenen Viruskomponenten sind nicht ansteckend


Jetzt geht es voran: Aachener und Frankfurter Forscher wollen nun ihre Ergebnisse für eine “frühzeitige Anwendung” zur Verfügung stellen und diesbezüglich mit den Behörden abstimmen. Die Methode hat immer noch einen negativen Punkt: Die Anzahl der nicht gemeldeten Fälle von infizierten Personen, die nicht bei Labortests registriert wurden, hat ihre Methode noch nicht zugelassen. Es gibt aber noch Verbesserungspotenzial und der Prozess muss präziser sein, erklärt Frank-Andreas Weber vom gemeinnützigen Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft der RWTH Aachen zur Frankfurter Rundschau.


Eine weitere beruhigende Nachricht: Die im Abwasser nachgewiesenen Fragmente des Sars-CoV-2-Coronavirus sind laut den Forschern nicht ansteckend. Trotzdem wird Abwasser immer noch als möglicher Übertragungsweg für das Virus untersucht. Harald Horn, Professor für Wasserchemie am Karlsruher Institut für Technologie am Deutschlandfunk, erklärt, dass die Tatsache, dass Spuren des Virus im Abwasser nachgewiesen werden können, definitiv zweifelhaft ist. In Deutschland wird Abwasser chemisch behandelt und ist daher harmlos. In anderen Ländern wie Israel wird Abwasser häufig direkt zur Bewässerung in der Landwirtschaft verwendet. Es besteht die Gefahr, dass das Virus mit Lebensmitteln in Kontakt kommt und möglicherweise Menschen infiziert. Aber auch hier gibt es noch viel zu erforschen.


Möchten Sie einen allgemeinen Überblick über das Coronavirus? Dann schauen Sie sich unser Video clip an:

Weitere Informationen finden Sie auf unserer ausführlichen Themenseite unter Coronavirus.



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