Delphine Boël aus Belgien: Kurz vor der Ziellinie als offizielle Tochter des Königs?

Ist sie die Königstochter ja oder nein? Diese Frage betrifft den Fall des 52-jährigen Künstlers Delphine Boel Königreich Belgien seit mehreren Jahren. Seit Januar gibt es wissenschaftliche Beweise: Laut einem Gentest ist der ehemalige König Albert II. Ihr Vater. Eine Bestätigung der Justiz wird noch erwartet, steht aber jetzt sehr wahrscheinlich bevor.

Am Donnerstag sollte eine letzte Anhörung vor der Brüsseler Beschwerdekammer hinter verschlossenen Türen stattfinden. Ein Sprecher des Gerichts sagte im Voraus, dass die Richter nach der Anhörung erneut konsultieren würden und dass diese Woche keine Entscheidung getroffen werde. Also muss Boël weiter warten.

Sie ist daran gewöhnt.

Bereits 1999 spekulierte ein Kino über ein illegales Kind des inzwischen 86-jährigen Albert. Boël kämpft seit 2013 vor Gericht um die Anerkennung als Königstochter. Zunächst schlug dies fehl, doch 2018 entschied das Brüsseler Berufungsgericht, dass Albert einem Vaterschaftstest unterzogen werden musste. Und drohte mit einer Geldstrafe von 5.000 Euro pro Tag, wenn er den Test ablehnte.

“Es war zu schwer”

Albert stimmte schließlich zu, wollte aber zunächst nicht, dass die Ergebnisse veröffentlicht wurden. Ende Januar gab er dann durch seinen Anwalt die Vaterschaft zu. Für Boël hätte es das Ende eines langen Kampfes sein können. Sie war aber auch enttäuscht über den Ton der Botschaft von Alberts Anwälten: “Es war nicht schön. Es war zu schwierig”, sagte sie vor einigen Wochen in einem Interview mit dem belgischen Sender VRT.

Gleichzeitig beklagte sich der 52-Jährige über seine Beziehung zu den Verwandten seines Vaters: “Ich war die Schande der königlichen Familie.” Das Gerichtsverfahren sollte nicht nur die Vaterschaft betreffen, sondern zum Beispiel auch, ob sie ihren Namen behält oder den Namen der belgischen Königsfamilie trägt: Sachsen-Coburg-Gotha.

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Der Titel “Prinzessin von Belgien” könnte ebenfalls diskutiert werden – und für viel Geld argumentiert werden. Boël könnte einen Teil von Alberts Vermögen erben. Bisher hat sie betont, dass ihr nichts davon wichtig ist. Der Hauptgrund, warum sie den Prozess begann, sagte sie gegenüber VRT, war, dass ihre Kinder sich nicht fragen mussten, woher sie kamen: “Ich hätte dasselbe getan, wenn mein Vater ein Zoo-Direktor oder ein Verbrecher gewesen wäre.”

Ikone: Spiegel

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