NASA-Sonde verliert Proben: Droht die Asteroidenmission zu scheitern?

Das historische Manöver scheint zunächst erfolgreich gewesen zu sein: Zum ersten Mal kann eine amerikanische Raumsonde Gesteinsproben von einem Asteroiden entnehmen. Aber “bedeutende” Mengen fliehen wieder durch ein Leck. Die Forscher versuchen nun, das verbleibende Material zu retten.

Die US-Raumsonde “Osiris-Rex” verliert einige der Gesteins- und Staubproben, die bereits vom Asteroiden Bennu aufgrund eines Lecks erhalten wurden. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa gab bekannt, dass die Sonde zuvor wahrscheinlich zu viel Probenmaterial auf dem Himmelskörper gesammelt hatte, der sich etwa 330 Millionen Kilometer von der Erde entfernt befindet. Demnach sind größere Steinstücke wahrscheinlich so eingeklemmt, dass der Deckel des Sammelarms nicht mehr vollständig geschlossen ist.

Die Nasa arbeitet nun daran, die verbleibenden Proben so schnell wie möglich in einer Kapsel aufzubewahren. “Ein erheblicher Teil der erforderlichen Masse wurde untergebracht”, sagte Dante Lauretta, Missionsleiterin, bei einer Telefonkonferenz. “Meine große Sorge ist jetzt, dass die Partikel weiter entweichen und wir hier fast unserem eigenen Erfolg zum Opfer fallen.”

Die Sonde erhielt ungefähr 400 Gramm Probenmaterial, deutlich mehr als die minimal erforderlichen 60 Gramm. Nach Angaben der NASA schweben jetzt fünf bis zehn Gramm Partikel um den Greiferarm. Aufgrund der nahezu Schwerelosigkeit des Asteroiden verhalten sich die Gesteinspartikel wie Flüssigkeiten. Laut NASA ist noch nicht genau bekannt, wie viel Material verloren gegangen ist.

Die Nasa muss neu gestalten

Der Plan zur Massenmessung wurde daher aufgegeben. Laut NASA besteht die Gefahr, dass zusätzliches Testmaterial verloren geht. Nach Angaben der Behörde müssen die Aktivitäten der Sonde nun so weit wie möglich eingestellt werden, um die Proben so schnell wie möglich zu verstauen.

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Die Mission soll zum Verständnis der Entstehung unseres Sonnensystems beitragen. Bennu wurde aus 500.000 bekannten Asteroiden ausgewählt – aufgrund seiner idealen Abmessungen mit einem Durchmesser von etwa 490 Metern und um durch Teleskope gesehen zu werden, schien es von einer Sandschicht bedeckt zu sein, die das Entnehmen von Proben erleichtert hätte.

Ende 2018 zeigten Bilder des Asteroiden jedoch, dass er tatsächlich von Steinen bedeckt war. Wissenschaftler der NASA suchten daher lange nach einem geeigneten Landeplatz für “Osiris-Rex”. Ein zweiter Versuch, Proben zu sammeln, könnte im Januar unternommen werden. Das Raumschiff soll im März seine lange Reise zurück zur Erde antreten und dort im September 2023 eintreffen.

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