Revlon-Anleihe: Die Citibank hat versehentlich 175 Millionen US-Dollar an Hedgefonds überwiesen – und erhält keine Nachricht zurück

Citibank, Teil der Citigroup und einer der größten Finanzdienstleister in den USA, hat kürzlich versehentlich ein Darlehen des Kosmetikunternehmens Revlon in Höhe von 900 Mio. USD an seine Gläubiger zurückgezahlt. Die Citibank, die für die Verwaltung der Anleihe des Unternehmens verantwortlich ist, sagte, sie wolle laut Berichten von Bloomberg und der Financial Times nur im Auftrag von Revlon Zinssätze an Investoren übertragen.

Brigade Capital weigert sich, das Geld zurückzugeben

Einer der Gläubiger des Hedgefonds Brigade Capital weigert sich Berichten zufolge, das falsch erhaltene Geld zurückzuzahlen. Um das Geld zurückzubekommen, ist der Finanzdienstleister jetzt vor Gericht gegangen, weil die Citibank statt 1,5 Millionen US-Dollar an Zinszahlungen versehentlich 176 Millionen US-Dollar an die Brigade Capital Company überwiesen hat. “Die Citibank hatte nicht die Absicht, mehr Geld als in den Zahlungsmitteilungen angekündigt zu überweisen, noch ihr eigenes Geld”, sagte die Klage der Citigroup, die das Unternehmen bei einem New Yorker Gericht eingereicht hat.

Probleme mit der Revlon-Bindung

In einem Schreiben des Hedgefonds an die Citibank, das CNN zur Verfügung steht, behauptet das Unternehmen, es sei nicht klar, dass die Übertragung ein “Tippfehler” gewesen sei. Das Problem: Wie viele andere Unternehmen hat auch Revlon mit dramatischen Wertverlusten seiner Aktien in der Corona-Krise zu kämpfen. Nach Angaben der Financial Times werden die betreffenden Anleihen derzeit zu weniger als einem Drittel ihres Nennwerts gehandelt. Brigade Capital scheint daher der Meinung zu sein, dass Revlon gezwungen gewesen wäre, den Kredit zurückzuzahlen.

Die Citibank besteht auf Übertragungsfehlern

Die Citibank besteht jedoch darauf, dass dies ein ehrlicher Fehler war, und forderte nach eigenen Angaben unmittelbar nach Feststellung des Fehlers alle Empfänger des Darlehens auf, das Geld zurück zu überweisen. Aufgrund der Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden Parteien muss ein Richter daher entscheiden, ob die Gläubiger verpflichtet sind, den Fehler rückgängig zu machen. Die Citibank erwartet jedoch nachdrücklich Erfolg: “Alle anderen Ergebnisse würden die Stabilität des Bankensystems gefährden und schlechte Spieler belohnen, die versuchen, Betriebsstörungen auszunutzen”, heißt es in einer Erklärung der Bank.

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Rechtslage in Deutschland und den USA

Die Rechtssysteme in den USA und in Deutschland versprechen der Citigroup auch im Rechtsstreit mit Brigade Capital Erfolg. Denn nach der aktuellen Rechtslage hat der Absender, der einen Betrag gemäß § 812 BGB fälschlicherweise auf ein Konto überwiesen hat, das Recht, an den Kontoinhaber zu überweisen. Darüber hinaus darf der Zahlungsempfänger das Geld nicht abheben oder ausgeben. Die gleiche rechtliche Situation herrscht in den Vereinigten Staaten und vielen anderen Ländern auf der ganzen Welt.

Pauline Breitner / finanzen.net Redaktion

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